Stimmen

IPHIGENIE AUF TAURIS

Martin Krampitz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung 05. Mai 2011

Das ist es was uns Goethe und seine Iphigenie heute noch sagen können: Mit emotionaler Intelligenz oder intelligenter Emotion kommt man weiter, lässt es sich besser leben, löst man am besten Konflikte und Probleme, im Alltag wie in der Politik. Die geschickte Inszenierung von Albrecht Hirche mit seinen bildhaften, emotionalen Regieeinfällen brachte dem jugendlichen Publikum diese Botschaft aus der Antike und vom Ende des aufgeklärten 18. Jahrhunderts trotz der hochkomplexen Sprache gut rüber, intelligent und emotional. Zumal das Ensemble mit hervorragenden Leistungen diese Botschaft vielschichtig, facettenreich und unterhaltsam transportierte. Prädikat: Sehens und hörenswert. Donnernder Applaus. Ganz zurecht.


Steffen Tost, Neue Ruhr Zeitung 09. Mai 2011

Bei aller Schwere der klassischen Jamben gelingt Albrecht Hirche mit dem Jungen Theater eine unterhaltsame wie eindringliche Inszenierung. Herausragend ist die junge Sarah Sandeh in der Titelrolle, die betont kindlich beginnt, aber rasch an Statur und Eindringlichkeit gewinnt. Bei der Wortgewalt Goethes üben sich die Schauspieler nicht in Zurückhaltung, sondern lassen es richtig krachen.