Stimmen

Robinson Crusoe

Kulturkenner Düsseldorf 08. Dezember 2013

Mit den einfachsten Mitteln erschafft die fünfköpfige Gruppe exotische Welten und magische Situationen. Für ein Schiff brauchen sie nicht mehr als einige Getränkekästen und ein paar Holzbretter. Die verlockenden Töne des Meeres machen sie selbst. Und später auf der einsamen Insel baut sich Urs Peter Halter, der nun den aus allen Zwängen befreiten Robinson spielt, aus den Überresten des Schiffs ganz schnell ein eigenes Heim. Das Subbotnik-Kollektiv setzt konsequent auf die Phantasie des Publikums, die zu dem durch kleine Schattenspiel-Einlagen, eine bizarre, vielleicht auch nur fantasierte Tanz-Choreographie und mehrsprachige Dialoge immer weiter angestachelt wird.


Petra Kuiper, Neue Ruhr Zeitung 05. Dezember 2013

Würde dieser bärtige, zottelmähnige Typ namens Robinson Crusoe tatsächlich immer noch auf einer Insel im Pazifik sitzen – er hätte die Theaterbesucher im fernen Düsseldorf mit Sicherheit gehört. Derart enthusiastisch wurde der berühmte Einsiedler selten gefeiert. Mit wortreicher Anteilnahme, Zwischenapplaus bedachte das Publikum das Theaterkollektiv Subbotnik.


Dietmar Zimmermann, theaterpur, 03. Dezember 2013

Es ist die alte Sehnsucht der verwöhnten Oberschicht-Kids nach dem abenteuerlichen Arbeiter- und Bauernleben: Papa übt sehr subtil Druck auf den Jungen aus, doch vergebens - ein Schiff wird kommen und dessen Traum erfüllen… Sehr temperamentvoll und mit hinreißender Musik- und Geräuschbegleitung wird das gespielt. Auf dem Meer wird es erst recht turbulent: Die fünf Schauspieler sitzen auf ein paar Wasserkästen und haben die Bretter, die die Welt bedeuten, auf den Oberschenkeln: ein paar im Sturm schwankende Planken, die das Boot symbolisieren und aus denen sich Robinson später eine frugale Behausung bauen wird. Ein Setting von größtmöglicher Einfachheit, und doch entfachen die fünf einen Sturm von shakespeareschen Dimensionen. Temperament und Einfallsreichtum der Inszenierung nehmen die kleinen ebenso wie die großen Zuschauer gefangen.


Margitta Ulbricht, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2014

Robinson Crusoe, eine der bekanntesten Abenteuergeschichten der Weltliteratur von Daniel Defoe, wird im Theater an der Ruhr auf zauberhafte neue Weise erzählt. Kinder ab neun Jahren, aber auch Erwachsene haben an dieser exquisiten Fassung des Klassikers, die viel politischen Interpretationsspielraum bietet, ihre Freude. Spannend wie ein Abenteuer gemacht, zieht es den Besucher in eine einfallsreiche, intelligente und feinsinnige Inszenierung mit Schauspiel, Gesang, Live-Musik und Choreografie, bei der Fantasie, Poesie und witzige Ideen angesagt sind. Dafür braucht es kein aufgemotztes Bühnenspektakel und keinen großen Kulissenaufzug: Sprudelkisten, Bretter, Plastiktüten – einfachste Dinge und eine bestens inspirierte, spielfreudige Darstellerregie. Nach dem Schlussapplaus bring ein Junge die Sache auf den Punkt: „Auf jeden Fall ein Riesen-Stück.“


K-West, 02. Februar 2014

Das Theaterkollektiv Subbotnik rückt Daniel Defoes Abenteuerroman nah an unseren Alltag heran. Dennoch gelingt es den Gründern der Gruppe, Kornelius Heidebrecht, Martin Kloepfer und Oleg Zhukov, und ihren Gästen, Urs Peter Halter und Jubril Sulaimon, die sehnsuchtsvolle Stimmung klassischer Abenteuererzählungen zu wahren. Mit einfachsten Mitteln erschaffen sie fremde Welten und märchenhafte Situationen. Dabei setzt man konsequent auf die Fantasie des Publikums. Kleine Schattenspieleinlagen, eine bizarre, vielleicht auch nur fantasierte Tanz-Choreografie und mehrsprachige Dialoge schaffen magische Atmosphäre, in der sich das Alltägliche, Exotische, Abenteuerliche und Absurde die Waage halten.