Stimmen

CLOWNS IM STURM

Faiza Messaoudi, Le Temps, Tunesien 07. April 2017

Mit ganz wenigen Mitteln ist es dem Regisseur gelungen, uns Räume und Kontinente, den Okzident und Orient zu erschließen, abgesperrte Räume und Räume, deren Türen weit geöffnet sind, er hat es geschafft uns über Land und über Meer zu führen. Er hat uns beeindruckt mit der künstlerischen Feinheit, mit dem verführerischen Spiel der Clowns, mit der Poesie des Lichts, mit der Einfachheit der Theatersprache. Die existentiellen inneren Zerrissenheiten, die bis hin zum Wunsch nach Selbstmord führen können, werden auch durch Momente des Unaussprechlichen, der szenischen Schönheit, der Poesie des Lichts, der Frische und der Reinheit, die sich in den Gesichtern der Clowns ausdrückt, gemildert. Diese Momente erinnern uns daran, dass Träume Wirklichkeit werden können und unsere Welt besser sein könnte. Vielleicht ist das alles nichts weiter als ein Sturm.


Jens Dirksen, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 04. März 2017

„Clowns im Sturm“, das am Donnerstagabend im Premierenjubel badete (mit Bravos zuhauf), ist nun nicht etwa eine Fortsetzung, sondern eine Steigerung. Denn die Realität der letzten Jahre bricht ein in die Residenz von Bebe, Bobo und Eric. Der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, die vielen Paradoxien einer Welt voller Widersprüche auszuhalten, darin sind die Clowns uns eine Knollnasenlänge voraus. Weil die Clowns ausgerechnet das Todernste nicht todernst nehmen, können sie immer wieder aufstehen, können tanzen wie die Derwische und mit dem Orient auf die Teppichrolle gehen statt in Angst zu erstarren. Ciulli hat auch für diesen wohlkomponierten Clownsnummernsalat den kongenialen Theatermusiker Matthias Flake gewonnen, und so gibt es staunenswert komische Leckerbissen wie ein Konzert mit einem Stein-Orchester. Nach gut 100 so gar nicht erschöpfenden Minuten ohne Pause geht man gestärkt nach Hause.


Klaus Stübler, Ruhr Nachrichten, 03. März 2017

Dann tritt er leibhaftig auf: Asil, der Fremde. Steffen Reuber spielt ihn als zurückhaltenden Mann mit zauseligem Vollbart. Gemeinsam geht’s auf Tour. Schon die imaginäre Fahrt im ruckligen Bus ist ein echtes Highlight. Wie sich alle fast nur mittels Mimik und Gestik ausdrücken, das ist wahrhaft große Clownskunst. Von kindlicher Neugier angetrieben, machen die Clowns nach, was Asil tut, egal, ob er nun orientalisch singt, sich die Füße wäscht oder Wasserpfeife raucht. Bald begehren sie sogar gegen den herrischen Giganten Buono (Rupert J. Seidl) auf, der den Gebetsteppich provokativ mit Schuhen tritt. Und am Ende vermissen sie den Fremden gar.


WDR 3, Mosaik 03. März 2017

Eine Kritik zum Stück finden Sie hier: <a href="http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-mosaik/audio-clowns-im-sturm-am-theater-muelheimruhr-100.html"target="_blank">**wdr3.de**</a>