MADAME PLAZA
BOUCHRA OUIZGEN (MARRAKESCH)
Konzept / Choreographie: Bouchra Ouizguen
Kostüme: Nourredine Amir

Die marokkanischen Aïtas tragen Züge der japanischen Geishas und sind mit den Kurtisanen der europäischen Romantik vergleichbar. Aïtas sind Gesellschafterinnen, die zu Festen, Hochzeiten und Beerdigungen eingeladen werden, ihren Lebensunterhalt aber vor allem in Nachtclubs verdienen. Stets waren sie Objekte der Phantasie und Vergötterung. Doch während sie sich vor hundert Jahren noch im Mittelpunkt der Macht und der Mächtigen bewegten, sind sie heute vom gesellschaftlichen Absturz bedroht, von Vereinsamung und Verachtung.

In MADAME PLAZA begegnen sich die 1980 in Marrakesch geborene Bouchra Ouizguen und drei Künstlerinnen aus ihrer Heimat, die von einem vorwiegend männlichen Publikum jahrzehntelang vor allem auf ihre ausgestellten Körper reduziert wurden. Der betörende Gesang und die sanften Hüftschwunge der Aïtas, kaum spürbar, aber raumgreifend, faszinierten die ehemalige Solotänzerin des arabischen Tanzes.

In der Widersprüchlichkeit des in Marokko gängigen Frauenbildes – Aïtas werden diskriminiert, aber für ihre Stellung innerhalb der Männerwelt auch beneidet – entdeckt sie einen Hauch gesellschaftlicher Freiheit.

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