Diskussion
Das Nötige und das Überflüssige
Theater der Welt 2010. Schöne Aussicht
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Theater der Welt ist seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 1981 in Köln ein Vorreiter und Sonderfall der deutschen Festivalgeschichte: Alle zwei bis drei Jahre von einer anderen deutschen Stadt ausgerichtet, hat es als reisendes Festival eine jeweils unverwechselbare Farbe. Als „ein theatralisierter Überfall auf eine Stadt" (Ivan Nagel), ein „Elektroschock" (Frie Leysen), findet es in diesem Jahr vom 30. Juni - 17. Juli in Essen und Mülheim statt.
Seit der letzten Präsenz von Theater der Welt in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2002 (in den vier Städten Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg) fand erstmalig im Jahr 2003 die Ruhrtriennale statt. Als Nachfolger des Gründungsintendanten Gérard Mortier lenkte Jürgen Flimm bis 2008 die Geschicke der Ruhrtriennale, eines der schwergewichtigsten deutschen Festivals, das als Aushängeschild für den Wandel der Region gilt.
Im Kulturhauptstadtjahr diskutieren Frie Leysen, Ivan Nagel und Jürgen Flimm über Unterschiede und Differenzen, was ihre jeweilige Interpretation von Verantwortung und programmatischen Leitlinien, sowie das besondere Verhältnis von regionalen zu internationalen Belangen betrifft:
Welche Erwartungen und Hoffnungen können Theater der Welt angesichts seiner knapp dreißigjährigen Geschichte entgegengebracht werden? Wie hat es sich verändert und welche Potentiale birgt es für die Zukunft? Welche Besonderheiten kann Theater der Welt im Vergleich zu den Aufgaben der Ruhrtriennale für sich reklamieren?
Mit:
Jürgen Flimm (Intendant und Künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele, ab September 2010 Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale 2005-2008)
Frie Leysen (Gründerin Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Programmdirektorin Theater der Welt 2010)
Ivan Nagel (Dramaturg und Intendant, u.a Gründungsintendant Theater der Welt, Köln 1981, außerdem Kritiker und Publizist)
Moderation: Helmut Schäfer, Theater an der Ruhr