William Shakespeare
Das Wintermärchen
Regie: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Musik: Matthias Flake
Licht: Ruždi Aliji
Maske: Suzana Schönwald
Kostüm: Elisabeth Strauss
Regieassistenz: Dijana Brnic

Hermione gelingt es, Polixenes, den König von Böhmen, zum Bleiben zu überreden. Ihrem Mann Leontes, König von Sizilien, war dies zuvor misslungen. Er beobachtet, wie beide sich unterhalten und wird plötzlich von einer Eifersucht erfasst, die die Grenzen zivilen Verhaltens sprengt. Infolge ihrer Verhaftung stirbt Hermione, kurz zuvor gebar sie noch eine Tochter, ihr Sohn stirbt vor Kummer. Polixenes kann fliehen, der Säugling wird ausgesetzt. Tabula rasa. Das 1609 entstandene Stück thematisiert die Liebe in ihrer widersprüchlichsten Form: der Zerstörung. Was Freud dreihundert Jahre später als Aggressionstriebe beschrieb, führt Shakespeare schon in seinem Wintermärchen vor. Aber es handelt sich dennoch um ein Märchen, denn in Böhmen, das bei Shakespeare am Meer liegt, beginnt sich das Schicksal zu wenden. Der Säugling heißt jetzt Perdita und selbstverständlich ist Florizel, der Sohn Polixenes', in sie verliebt, so dass sich zum Ende hin alles zum scheinbar Guten auflöst und selbst Hermione als Statue nach sechzehn Jahren wieder zum Leben erwacht.