AUGUST STRINDBERG
DER VATER
Inszenierung: Thomaspeter Goergen
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Thorsten Scholz
Regieassistenz: Sandra Reitmayer

Strindbergs DER VATER, 1887 entstanden, seziert mit äußerster Genauigkeit die Ehe von Laura und dem Rittmeister. Der Anlass der Auseinandersetzung ist die Erziehung der gemeinsamen Tochter Berta. Laura sieht sie eher als Künstlerin, der Vater möchte sie in die Stadt schicken, damit sie später studieren kann. Auf jeden Fall will er sie dem Einfluss der Mutter entziehen. Als Vater hat er zu dieser Zeit das verbriefte Recht, die Erziehung des Kindes zu bestimmen und lässt keinen Zweifel aufkommen, dieses Recht durchzusetzen.

Zufällig hat sich zur gleichen Zeit ein Fall ereignet, bei dem eine Vaterschaft nicht eindeutig zu klären war. Aus dem beiläufigen Gespräch des Ehepaares über diesen Vorfall entsteht der Verdacht, dass auch der Rittmeister nicht der Vater des gemeinsamen Kindes sei. In seinen Vorstellungen entwirft der Rittmeister seinen eigenen Untergang. Der einmal erhobene Verdacht wird zum Fluch.

Kaum hatte sich die bürgerliche Familie im 19. Jahrhundert etabliert, erkennt man schon die Züge ihres Zerfalls. Ihre Überfrachtung mit dem Pathos der Liebe, früher war sie eher eine Rechts- und Sachgemeinschaft, zerstört sie so nachhaltig, dass heute vielfach nur noch die Masken dieser Institution übrig geblieben sind.