Stimmen

Westfälische Rundschau, Diethelm Textoris, 03. Dezember 2012

Ciulli hat alle Rollen hervorragend besetzt, sei es mit Steffen Reuber als Amtsarzt Passeti, sei es Peter Kapusta als Padre Salvati oder Simone Thoma als Gerolama Pica. Nicht zu vergessen Petra von der Beek, die als Präfekt eine Männerrolle ausfüllt. Den Zuschauern bleibt nach diesem Stück die Erkenntnis: Die Schauspielkunst kann die feste Gewissheit, was Realität ist, ganz schön erschüttern.


Michael Schäfer, Göttinger Tageblatt, 08. Juni 2012

Roberto Ciulli als Leiter des Theater an der Ruhr ist in der Rolle des Theaterdirektors Campese die personifizierte Grundidee des Stückes zwischen Spiel und Wirklichkeit. Seine Kollegen geben ihren Rollen scharfe Konturen, immer mit kleinen Ausfällen ins Absurde, hier und da auch mit kafkaesken Zügen. Petra von der Beek ist erst eine machtbewußte, am Ende, überrumpelt von der Kunst der Komödianten, eine ziemlich verzweifelte Präfektin. Angemessen ölig und penetrant spielt Fabio Menéndez ihren Sekretär Franci. Unter den übrigen Darstellern sei die ihn ihrer schreienden Verzweiflung urkomische Simone Thoma in der Rolle der Lehrerin hervorgehoben. Und wie Rupert J. Seidl den toten Apotheker markiert, wie er sich regungslos alle ärztlichen Test gefallen lässt und ohne jegliches sichtbares Atmen die Leiche gibt, ist perfekt.


Hermann Hofer, Lübecker Nachrichten 01. Februar 2011

Roberto Ciulli spielt hinreißend komisch und hintergründig ironisch Oreste Campese, den Prinzipal einer Komödiantentruppe, die in einem italienischen Kaff ums nackte Überleben kämpft. Man erlebt fabelhaftes Gauklertheater aus dem Geist der alten Commedia dell’arte. Wie diese braucht auch Ciullis Inszenierung nur ein Minimum an äußerem Aufwand, um sich höchst wirkungsvoll zu entfalten. Zaubertheater ohne Kulissenzauber.


Dorothea Marcus, Deutschlandradio 18. Dezember 2007

Ciulli schafft in seinem Inszenierungsmarathon, Charme und Sinnlichkeit italienischer Filme mit der spröden Melancholie von Tschechow-Dramen zu verbinden – und dabei geradezu anachronistisch reizarm zu bleiben. Und dennoch kann es unversehens passieren, dass man selbst nicht mehr weiß, was Theater und was Leben ist und zu lachen beginnt, während die Lehrerin in der Kunst der Komödie naiv erzählt, wie ihn nicht anderes übrig blieb, als ein Kind in den Abgrund zu werfen. Traurigkeit liegt unter jeder Komik, in jedem Lachen liegt ein Weinen. Und so führt Ciulli das Theater auf seine Ursprünge zurück in eine Zeit, in der es entweder an Kürzungen oder Reizüberflutungen leidet. Aber Theaterkrisen gab es auch schon bei Filippo.


Vasco Boenisch, Süddeutsche Zeitung 02. Januar 2008

Wenn Ciulli selber altersgelassen den Theaterdirektor Campese gibt, klingt jeder Satz de Filippos wie aus seinem Mund von heute. Der schönste Kommentar zur Frage von Realität und Inszenierung im Theater, das Leben heißt.


Helmut Voith, Schwäbische Zeitung 06. März 2009

Eduardo De Filippos Stück Die Kunst der Komödie ist ein wunderbares Spiel mit den Mitteln des Theaters. Und was tun echte Theaterleute lieber als zu spielen, wie man Theater spielt. Sie lieben es, die Zuschauer ein wenig hinter die Kulissen sehen zu lassen, ihnen zu zeigen, warum ein echter Schauspieler angefressen sein sollte.

Und wenn der Theaterleiter

Roberto Ciulli Eduardo De Filippos Kunst der Komödie nicht nur inszeniert, sondern selbst die Hauptrolle verkörpert, ist das ein besonderer Glücksfall.

 


Rainer Wanzelius, Westfälische Rundschau 29. Mai 2009

Eduardo De Filippo ist eine der berühmtesten Figuren des italienischen Theaters – in Deutschland hingegen drohte er in Vergessenheit zu geraten.

Roberto Ciulli aber hat ihn wiederentdeckt. Was Wirklichkeit ist und was nur Vorgespieltes, verschiebt und verknäuelt sich ineinander in der Kunst der Komödie. Die Darsteller kosten den Humor des Stücks aus. Ciulli zeigt voller Leichtigkeit eine Reflektion über Theater, Sein und Schein, die sich je nach Perspektive gravierend verschieben können. Am Ende wird auch der Zuschauer aus seiner Sicherheit gerissen.


Ruhr Nachrichten 29. Mai 2009

Die Kunst der Komödie ist ein unterhaltsames Stück, das geschickt die Balance zwischen Komödie und Gesellschaftskritik hält.


Kieler Nachrichten, Christoph Munk 24. September 2009

Roberto Ciulli , Regisseur und Schauspieler, beherrscht diese Kunst der Komödie, aber eben ohne großen Aplomb. Sein Auftritt als Prinzipal beginnt er im weiten, grandios leeren Raum von Gralf-Edzard Habben ganz aus der Stille mit leisen, fast beiläufigen Tönen und mit völlig zurückgenommenen Gesten. Fast gar keine Theaterei vermag man daraus zu erkennen, keinen Triumph virtuoser Darstellerei, sondern nur unauffällige, effektlose Präsenz. Und da ihm seine Kollegen auf der Bühne in dieser dezenten Virtuosität folgen, bleibt ungewiss, auf welchen der doppelten Böden der Zuschauer gerade geführt wird.


Main-Echo, Nina-Anna Beckmann 12. Dezember 2009

Ohne große Effekte, fast dezent hat Ciulli Die Kunst der Komödie inszeniert. Er baut ganz auf die Qualität seiner Schauspieler und die Qualität der gehaltvollen, doppeldeutigen Dialoge.


Dr. Ulrich Fischer, DR online 17. Dezember 2007

"Die meisterhaft konstruierte Fabel ist geschickt verzahnt mit wunderbaren Figuren, die nicht selten an Typen der Commedia dell’arte erinnern. Seine Exzellenz ist der komische, weil dünkelhafte und deshalb dumme Herr, der Theaterdirektor der Diener, der seinem Herren trotz seiner minderen sozialen Stellung überlegen ist, einfach, weil er mehr auf dem Kasten hat. Der Referent Seiner Exzellenz als der geschmeidige Schleimer, der Priester, der seiner Maxime die Menschen zu lieben untreu wird, weil er sie beherrschen will und und und. Wundervolles Futter für die Schauspieler – die denn auch exzellieren in Mülheim."