Arthur Miller
Die Stunde Amerikas
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostüme: Heinke Stork
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Musikalische Beratung: Klaus Herzog
Regiemitarbeit: Thomaspeter Goergen
Regieassistenz: Dijana Brnic

Studs Terkel, Journalist und Pulitzerpreiseträger, reiste 1970 durch die Vereinigten Staaten, um anhand von Interviews Erfahrungen und Empfindungen zu notieren, die sich auf die Zeit der amerikanischen Depression nach dem Börsenkrach 1929 bezogen. Das umfangreiche Material diente Arthur Miller (1915 – 2005) als Quelle seines Stücks „The American Clock“, in dem er den Weg einer Familie durch die anhaltende wirtschaftliche Krise nachzeichnet, deren vorläufiges Ende durch den 2. Weltkrieg markiert wird. Das Interesse des Stücks weist jedoch über den historischen Anlaß hinaus und geht der Vermutung nach, ob diese 30er Jahre nicht zu einem kollektiven Trauma führten, dessen Wirksamkeit bis zum Krieg in Vietnam und dessen Folgen, ja vielleicht bis heute erhalten geblieben ist. Die spezifischen Ausprägungen von Ängsten, die die amerikanische Gesellschaft auch gegenwärtig grundiert, könnten Anlaß eben zu dieser Annahme sein.