Die Wände
Jean Genet
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Maria Neumann, Roberto Ciulli
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Rosmarie Brücher, Klaus Herzog
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Christine Sohn
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Ferhade Feqi
Genets „Die Wände“ ist eines der wenigen Stücke, das sich mit dem Kolonialismus auseinandersetzt. Die Perspektive, die Genet wählt, ist die der Unterdrückten, die die Kosten der Besetzung zu zahlen haben. Der Zustand dieser Welt ist zynisch, die gezüchteten Rosen der Herren sind wichtiger als das Leben der Unterdrückten. In der Ödnis dieser kolonialen Welt, in der auch der Glaube ausgerottet ist, wohnt kein Sinn mehr, auf den sich das Leben hin ausrichten könnte. Wie in allen Genet-Texten wird nicht linear erzählt, vielmehr reihen sich große Themenkomplexe aneinander, die in ihrer Verknüpfung auch die komische und absurde Seite dieser Realität spiegeln. Genet thematisiert die Folgen des europäischen Kolonialismus als eine Realität des Nichts.
Im Zentrum des Stücks agieren ein junger Araber, der ärmste von allen, seine Frau Leila, die hässlichste des Erdreiches, und die Mutter des jungen Mannes. Wie können sie sich an den Herren rächen? Durch Aufstand oder durch Selbstvernichtung? Zwischen diesen beiden Polen verläuft die Handlung.