Else Lasker-Schüler
Die Wupper - Eine Performance
Regie: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühne: Gralf-Edzard Habben
Kostüm: Elisabeth Strauß
Regie Hörspielfassung: Jörg Schlüter
Sounddesign: Rike Wiebelitz
Raumklangkomposition: Thom Kubli
Licht: Ruzdi Aliji
Regieassistenz: Dijana Brnic

Wuppertal zum Ende des neunzehnter Jahrhunderts, eine niedergehende Stadt, Färbereien verschmutzen den Fluss, die Wupper. Groß die Schere zwischen arm und reich. Die Geschäfte der Industriellenfamilie Sonntag befinden sich im Abschwung, die Arbeitsplätze sind gefährdet. Nach dem Tod des Vaters leitet Heinrich die Geschicke des Unternehmens, seine Geschwister Eduard und Marta sind noch zu jung. Als Heinrich eine Minderjährige verführt, bricht der Untergrund dieser Gesellschaft zusammen. Drei obskure Landstreicher, darunter ein Exhibitionist, kommentieren von Zeit zu Zeit das Geschehen gleich einem antiken Chor. Obgleich die Stimmung nicht selten heiter ist, scheint der Verfall unaufhaltsam.

Else Lasker-Schülers 1908 erschienener Text verwirrte seine Leser, er war nicht eindeutig zuzuordnen. Das Stück, überwiegend im Dialekt geschrieben, schien sich an die junge naturalistische Tradition (Gerhard Hauptmann) anzuschließen, doch seine poetische Kraft sprengte die Grenzen dieses Theaters. Auch die überraschende Offenheit, mit der die Triebkraft der Sexualität freigelegt wird, war für die Zeit vor dem ersten Weltkrieg neu.

Eine Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus