Stimmen

Harald Ruppert, Südkurier 06. März 2009

Wenn De Filippo das Theater als Schlüsselloch in die wahre Wirklichkeit begreift, dann betont diese Inszenierung, dass diese Wirklichkeit ein unentwirrbares Gewebe von Schleiern darstellt. Dies wird bereits zum Auftakt deutlich: Minuten lang herrscht Dunkelheit auf der Bühne, nur weit hinten in ihrer Mitte, ist ein Schemen erahnbar. Das Auge versucht, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, versucht, das Geschehene zu entschlüsseln. Je länger es hinschaut, desto eher scheint der Schemen seine Position zu verändern. Oder ist das nur eine Fata Morgana der Sinne? Was ist wirklich und was nicht?


Christian Bos, Kölner Stadt Anzeiger 19. Dezember 2007

Das bekannt großartige Ensemble des Theaters Mülheim an der Ruhr vergibt hier keine  Chance: Maria Neumann etwa hat in fünfeinhalb Stunden keine zehn Minuten Text. Doch strahlt die Intensität ihres Auftritts – sie spielt ein somnambules Hausfaktotum – weit über den Abend hinaus. Simone Thoma und Albert Bork geben ihr Bravourstück  als verwunschene Gören ab, die einem Tim-Burton-Film entsprungen sein könnten. Im darauf-folgenden Stück ist Thoma eine für Kinder tödliche Grundschullehrerin und nicht weniger packend. Bork überzeugte schon in der vorigen Komödie in der Rolle des zwischen Wahn und Traum verstolperten Liebhabers. Steffen Reuber dagegen steigert sich langsam von Stunde zu Stunde – wenn er in der „Kunst der Komödie“ als kleiner Amtsarzt um Anerkennung bettelt, rührt uns schließlich zu Tränen. Es wären noch viele zu loben, zuvorderst alle unerwähnten Schauspieler, auch die kuriose Bühnenmaschinerie, und erst recht die Regiearbeit

Roberto Ciulli s, der sich hier ganz in den Dienst De Filippos stellt. Eine Meisterleistung hoch drei ist das.


Karsten Mark, Ruhrnachrichten 17. Dezember 2007

"Ciulli inszeniert „Diese Gespenster“ zu einer Tragikomödie, die über alle drei Akte hinweg eine starke Geschlossenheit währt. Rupert Seidl stellt als Pasquale schön heraus, dass er eine tragische Gestalt verkörpert. Glänzend komisch spielt auch Klaus Herzog den schrillen Hausmeister Raffaele. Die dichte Atmosphäre erreicht Ciulli schon durch ein fahles Seitenlicht, das von außen auf die Bühne fällt. Ein starkes Stück."