Musik von Jacques Offenbach
Häuptling Abendwind
Johann Nepomuk Nestroy
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Volker Roos, Steffen Reuber, Fabio Menéndez, Klaus Herzog, Rupert J. Seidl
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Volker Roos, Steffen Reuber
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Fabio Menéndez, Rupert J. Seidl, Albert Bork, Christine Sohn
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Simone Thoma
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Steffen Reuber
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Albert Bork
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Klaus Herzog
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Rupert J. Seidl
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Fabio Menéndez
Das muss man schon fragen: was verschlägt einen Eisbären in die warmen Regionen Australiens? Und: wie kann er dort überleben? Tut er gar nicht, denn er wird geschlachtet. Zuvor aber war er hoch verehrt auf des Häuptling Abendwinds einsamen Eiland, dass noch von keiner Zivilisation erreicht wurde, so dass sich der Brauch der Menschenfresserei ungetrübt erhalten konnte. Doch fatal an dieser Ernährungsform ist, dass die Inselbewohner ihre eigenen Ressourcen in Gestalt ihrer Frauen verzehrt haben und nur noch Atala, des Häuptlings Tochter, übrig geblieben ist. Überhaupt scheinen die Menschen dort nicht gerade von großer Aktivität angespornt zu sein: Sie vermögen weder zu fischen noch zu jagen, sicher ist das Wild zu schnell und auch sonst ist kaum etwas zu tun, dass viele Mühen kosten würde. Doch dann taucht ein Fremder namens Arthur auf, den man sogleich als Festmahl dem Häuptling Biberhahn von der Nachbarinsel servieren will. Der hatte vor Zeiten seinen Sohn zur Ausbildung nach Europa geschickt und eben dieser Arthur, er erlernte das Frisierhandwerk, kehrt nun in die Heimat zurück. Nestroys anarchischer Humor zielt in diesem kolonialen Satyrspiel wie meist auf die österreichisch-ungarische Donaumonarchie, deren Verfall der Autor über Jahrzehnte notierte. Ein Gastspiel von Offenbachs Pariser Theater animierte Nestroy zu seinem letzten 1862 geschriebenen Stück.