Stimmen

Christiane Enkeler, Deutschlandradio 22. März 2009

Palmetshofers kunstvoll verstümmelte Figurensprache entwickelt eine Dynamik, die einen erhellenden Kurzschluss nach dem anderen produziert. Das Ganze wirkt wie eine Jekyll-and-Hyde Version, besonders gruselig, weil man nicht mehr weiß, wo die gesunde Jekyll-Seite ist. Gerade im kaum Fassbaren, liegt das Faszinierende, Diskussionswürdige an Palmetshofers Stück.

 


Andreas Rossmann, FAZ 24. März 2009

Ewald Palmetshofer hat mit „Helden“ ein Theaterstück über die Kinder der antiautoritären Erziehung geschrieben: junge Leute, die ein diffuses Ungenügen am Leben spüren, aber nicht einmal formulieren können, was sie so anödet, aber heraustreten wollen aus den Verhältnissen, und zwar sofort, heroisch und Knall auf Fall.

Petra von der Beek als gewitzt manierierte Doris, Klaus Herzog als integrationswilliger Langsammerker Wolfgang, Albana Agaj als hysterische Judith in silbernen Leggings unterm Tüllröckchen und Fabio Menéndez als amokläufiger David in lila Sportjacke, dazu Simone Thoma als metrosexueller Pauli mit mannequinhaften Posen spielen prägnante Karikaturen, und das wunderbar leicht.