Ein Projekt von Albrecht Hirche, Sven Schlötcke und dem Ensemble
ICH UND ANDERE LÜGEN
Inszenierung: Albrecht Hirche
Dramaturgie: Sven Schlötcke
Bühnen- und Kostümbild: Albrecht Hirche
Requisite: Sarah Kornettka
Lichtgestaltung: Jochen Jahncke
Regieassistenz: Hans Bender

Sehen mich die anderen wie ich mich sehe? Wer bin ich? wird in der so genannten Pubertät zu einer belastenden Frage. Die unsichere Zukunft der „Generation Internet“ fordert permanente Anpassungen an wechselnde Umgebungen und an unterschiedliche Jobs. - Lebenslange Identitätswechsel. Identitätsterror. - Das ICH muss aus einem Baukasten vorgefertigter Einzelteile immer wieder neu konstruiert werden. Die Gestaltung des Aussehens, sogar die Bilder in den Köpfen, Wünsche, Träume, Fantasien, aber auch religiöse oder sexuelle Ideen erscheinen als mediale Projektionen. Ist Identität eine Konstruktion, die sich aus Entscheidungen für bestimmte Kleidungsmarken oder Musikstile zusammensetzt?

Ist das Leben ein Spiel und bin „ich“ nur Darsteller mit wechselnden Rollen? Wer schreibt den Text dazu? Das Projekt ICH und andere Lügen wird auf der Grundlage von Interviews mit Jugendlichen, Improvisationen und Texten über die „Cybergeneration“ gemeinsam von Schauspielern und jugendlichen Mitspielern frei entwickelt. Dabei bildet der Blick der Jugendlichen auf die eigene Generation die zentrale Perspektive.

Gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein- Westfalen. Eine Koproduktion mit dem Forum-Freies-Theater in Düsseldorf.

AUSGEZEICHNET

Beim 26. Kinder- Jugendtheatertreffen NRW WESTWIND hat das Theater an der Ruhr Mülheim in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf mit der Inszenierung ICH und andere Lügen den Sonderpreis für ein besonders gelungenes partizipatives Projekt gewonnen!

Vom 07. bis 13. Mai 2010 waren von einer Fachjury ausgewählte zehn Inszenierungen der professionellen Kinder- und Jugendtheater des Landes Nordrhein-Westfalen zu Gast am Kinder- und Jugendtheater Dortmund.

Das Stück von Albrecht Hirche, Sven Schlötcke und dem Ensemble, wirft in Improvisationen von Schauspielern und jugendlichen Mitspielern Fragen einer "Cybergeneration" auf und konnte damit die Preisjury, bestehend aus Gisela Wibbing, Matthias Grön und Wolfgang, überzeugen:

"Die Frage nach dem ICH war schon immer das große Thema der Pubertät. Für die Generation Internet stellt sich die Frage allerdings in einer neuen Dramatik. Denn die globale und beschleunigte Welt bietet zunehmend nur noch virtuelle Erfahrungen. Das stellt besondere Anforderungen an die 12-14jährigen in Hinblick auf die Konstruktion einer stabilen Identität. Der Alltag junger Menschen fordert permanente Anpassungen an wechselnde Umgebungen und soziale Beziehungen. Das ICH muss dabei aus einer Vielzahl von Schnipseln vorgefertigter Muster zusammengebastelt werden.

"Das Theater an der Ruhr hat sich in beeindruckender Weise diesem drängendem Thema gestellt. Der Komplexität angemessen ist das Material, das zur Grundlage von ICH und andere Lügen genutzt wurde. Interviews mit Jugendlichen, Improvisationen und Texte über die Generation "Internet" wurden von dem jungen Ensemble bestehend aus Schauspielern und - wenn man so will - Experten für moderne Identitäten, nämlich jugendlichen Performern, unter der Regie von Albrecht Hirche verarbeitet. Entstanden ist ein Werk, das in seiner ästhetischen Formung dem hohen Anspruch des Themas auf bewundernswerte Weise gerecht wurde."

(Aus der Laudatio des leitenden Dramaturgen Junges Staatstheater Oldenburg und Mitglied der Preisjury Matthias Grön zur Preisverleihung in Dortmund)