Madagaskar
Rajean Marie

Von Juni bis September, wenn der Reis eingebracht ist und die Erde ruht, steigen im madagassischen Hochland die großen Familienfeste. Die Rituale von Totenumbettung, Beschneidung und Hochzeit werden von einem aufsehenerregenden und lautstarken Spektakel begleitet, dessen Wurzeln bis weit in die Geschichte zurückreichen: Hira Gasy ist eine ganz eigene künstlerische Ausdrucksform Madagaskars und bis heute sehr populär.

Eine Gruppe besteht aus 15 bis 25 Künstlern, die mit wirbelnden Trommelklängen, polyphonen Gesängen, spektakulärem Tanz und Akrobatik ihr Publikum unterhalten. Es geht aber um noch viel mehr: um die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Geschehnissen und Entwicklungen. Die Themen reichen von Jugend und Liebe über Arbeit und Umweltschutz bis hin zu Politik. Geprägt sind die Geschichten von einer klaren, einfachen Botschaft. Diese wird in Mülheim von einem deutsch sprechenden Kabary-Redner vermittelt, der durch die Vorstellung führt. Oft findet das Hira Gasy als Wettbewerb zwischen zwei Gruppen statt. Schiedsrichter ist das Publikum.

Mit Rajean Marie gastiert am Theater an der Ruhr erstmals eine der ältesten und traditionsreichsten Hira-Gasy-Gruppen Madagaskars im deutschsprachigen Raum.

Konzert in der Reihe Klanglandschaften Afrika. Veranstaltet von Theater an der Ruhr, KULTURsekretariat NRW und WDR 3.