Bernard-Marie Koltès
RÜCKKEHR IN DIE WÜSTE
Inszenierung: Roberto Ciulli
Dramaturgie: Helmut Schäfer
Bühnenbild: Gralf-Edzard Habben
Kostümbild: Elisabeth Strauß
Lichtgestaltung: Ruždi Aliji
Regieassistenz: Dijana Brnic

Eine Stadt in Frankreich, zu Beginn der 60er Jahre. Mit ihren Kindern kehrt Mathilde aus Algerien zu ihrem Bruder an den Ort ihrer Kindheit zurück, in die »Wüste« der französischen Provinz, aus der sie als junge Frau vertrieben wurde. Sie kommt, um Rache zu nehmen.

Bernard-Marie Koltès ist in den 80er Jahren aufgeglüht wie ein Meteor, hat dem europäischen Theater ein paar Stücke hingeworfen, voll ungeahnter, rätselhafter Bilder, auf die sich alle Bühnen stürzten, und während die Theaterkritik noch heftig disputierte, ob da ein Genie am Werke sei oder ein Blender, ein Scharlatan, war er schon wieder verschwunden, mit nicht einmal 41 Jahren. Heute gilt er als einer der stilistisch herausragenden Dramatiker Frankreichs. Seine Stücke um Fremdenfeindlichkeit, Postkolonialismus und Entwurzelung gewinnen heute, in Zeiten der Islam- und Flüchtlingsdebatten, zunehmend an beunruhigender Aktualität.

Bernard-Marie Koltès war Sohn eines radikal nationalistisch gesinnten Offiziers aus Metz, ein Titel wie KAMPF DER NEGER UND DER HUNDE ist da durchaus exemplarisch zu verstehen, als Rebellion gegen den Vater und das kolonialistische Erbe Frankreichs, das er repräsentiert. Im Hintergrund fast aller Stücke von Koltès leuchtet ein archaisches, sinnliches Afrika auf, wie eine Ahnung von Rebellion und unterdrückter Wut. Vor diesem Hintergrund tragen die Weißen ihre Konflikte und Dramen aus wie orientierungslose Identitäten in einem Niemandsland.

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