WILLIAM KENTRIDGE (JOHANNESBURG)

I AM NOT ME, THE HORSE IS NOT MINE

Ein mittlerer Beamter wacht eines Morgens ohne seine Nase auf. Nach einer wilden Verfolgungsjagd wird sie beim Versuch, die Stadt mit einem gefälschten Pass zu verlassen, geschnappt.

William Kentridge vergleicht Nikolai Gogols Kurzgeschichte von 1837 mit der knapp 100 Jahre später entstandenen Opernbearbeitung von Dmitri Schostakowitsch. I am not me, the horse is not mine ist ursprünglich ein russisches Sprichwort: die Rechtfertigung, keinerlei Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Das Riechorgan auf Abwegen erklärt das Sprichwort zu seinem Motto. Warum sollte es auch in das Gesicht zurück? Die neue Freiheit, die täglichen Spaziergange auf der Einkaufsmeile Moskaus machen ihm viel mehr Spaß. Vor zwei Projektionen seiner selbst spricht Kentridge über seine gespaltene Künstlerpersönlichkeit: Als Weißer fühlte er sich im von Apartheid zerfressenen Johannesburg zu privilegiert, die Kunst zu seinem Lebensinhalt zu erklären. Erst als er sein künstlerisches und sein politisches Ich trennte, konnte eines von ihnen anfangen, seine weltberühmten Kohleanimationen zu zeichnen.

Bei Theater der Welt präsentiert Kentridge außerdem zusammen mit Philippe Pierlot, Ricerar Consort und der Handspring Puppet Company die Monteverdi-Oper Il ritorno d’Ulisse in Patria.

Das vollständige THEATER DER WELT 2010 PROGRAMM und RESERVIERUNGSMÖGLICHKEITEN finden Sie HIER