Spielzeit 2019/20

Der Untergang der Titanic - Hans Magnus Enzensberger

Eine Komödie
Regie: Philipp Preuss
PREMIERE: 19. SEPTEMBER 2019, 19.30 UHR
Zwei Stunden und vierzig Minuten dauerte 1912 der tatsächliche Untergang der Titanic, zuvor als Wunderwerk der Technik gefeiert, als Inkarnation des Fortschritts und noch heute geht dieser Dampfer immer wieder unter. Hans Magnus Enzensberger beschreibt in dreiunddreißig Gesängen diesen Untergang in verschiedenen Zeiten zwischen 1912 und 1978, als der Autor den Text beendete. Ebenso wechseln die Orte: Berlin, Havanna, dort hatte der Autor Ende der sechziger Jahre einige Monate verbracht, und auf den verschiedenen Decks der Titanic, die die sozialen Klassen auf dem Schiff trennten und damit auch die Chancen, der ärmeren Passagiere auf eines der Rettungsboote zu gelangen.

Die Komödie, wie Enzensberger seinen Text im Untertitel nennt, spielt in mehreren literarischen Genres, ist Lyrik, Prosa, Essay, Drama und Analyse. Die Komödie ist ebenso ein Geisterschiff, die wie die untergehende Titanic durch die Jahrzehnte fährt und fährt, bis heute.


BORDERS (AT) - MUDAR ALHAGGI

The Collective Ma’louba
Regie: Wael Ali
PREMIERE: 09. NOVEMBER 2019, 19.30 UHR
In ihrer nächsten Uraufführung beschäftigt sich The Collective Ma‘louba mit physischen und psychischen Grenzen in einem neuen Stück von Mudar Alhaggi. Borders (AT) markiert die erste Zusammenarbeit mit dem international arbeitenden Regisseur Wael Ali, dessen Produktionen u.a. am Maxim Gorki Theater, Berlin; am Toneelhuis, Antwerpen und im Festival Journées Thétrales de Carthage, Tunesien gezeigt wurden.

In arabischer Sprache mit deutschen Übertireln.
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kulturstiftung des Bundes.


BOAT MEMORY - DAS ENSEMBLE

Regie: Roberto Ciulli
PREMIERE: 07. DEZEMBER 2019, 19.30 UHR
Am Ende Zahlen, keine Stimmen, Namenlose. Viele trugen ein winziges Säckchen Erde mit sich, fest ins T-Shirt eingenäht, Erinnerung an die Heimat. Wo die war, lässt sich nicht sagen. Die Körper wurden aus dem Mittelmeer geborgen. Cristina Cataneo, Mailänder Professorin für Gerichtsmedizin, hat sich mit ihren Mitarbeitern die Aufgabe gegeben, die Identität der Leichen festzustellen, um ihnen ihre Würde, ihre Namen zurückzugeben. Viele der Boote, sie kamen meistens aus Libyen, gingen unter und mit ihnen die Menschen, die voller Hoffnung auf ein würdiges Leben aufgebrochen waren, um Krieg und Elend zu entkommen, diesem Leben ohne jede Perspektive.
Der marokkanische Autor Youssouf Amine Elalamy haucht in seinem Roman „Gestrandet“ (2001) den Toten eine Stimme ein, die deren Leben zurückholt in unsere Gegenwart. Für die Inszenierung von Roberto Ciulli werden Teile des Textes eine Rolle spielen.


SOKRATES DER ÜBERLEBENDE / WIE DIE BLÄTTER

Nach „Il sopravvissuto“ von Antonio Scurati und Texten von Platon, Cees Nooteboom und Georges I. Gurdjieff
INTERNATIONALE KOPRODUKTION ZWISCHEN DEM THEATER AN DER RUHR UND DER ITALIENISCHEN PERFORMANCEGRUPPE ANAGOOR
Regie: Simone Derai
PREMIERE: 16. JANUAR 2020, 19.30 UHR
Aus der Sicht eines Geschichts- und Philosophielehrers, der vor seiner Klasse steht und den Tod des Sokrates behandelt, schildert Regisseur Simone Derai die letzte Unterrichtsstunde vor dem Massaker: Ein Schüler richtet eine ganze Prüfungskommission hin und spart nur den einen, hier erzählenden Lehrer aus. In der Aufführung geht es um das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden und um die Frage, ob Bildung und Aufklärung die Menschen zivilisatorisch tatsächlich weiterbringen.



GEGEN DEN STRICH / UNTERWERFUNG - Huysmans und Houellebecq

Regie: Philipp Preuss
PREMIERE: März 2020


JUDAS - LOT VEKEMANS

Regie: Markus Sascha Schlappig
PREMIERE: 20. MÄRZ 2020

Ohne Judas keine Kreuzigung, ohne Kreuzigung keine Auferstehung, ohne Auferstehung kein Christentum. Judas` Verrat an Jesus ist die Voraussetzung für die Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod. Laut aktuellen Umfragen, benötigt ein neuerdings wachsender Anteil der Bevölkerung der westlichen Hemisphäre einen hoffnungsvollen Ausblick vom Diesseits ins Jenseits. Es scheint schlimmer zu werden. Judas, wir sind Dir zu Dank verpflichtet.

Dennoch steht sein Name für Schuld, Verrat, ja für Das Böse. Stigmatisiert dient er, wie momentan gut zu beobachten ist, dort als Rechtfertigung für die Umwandlung eigener Ängste in Fremdenhass und Antisemitismus, wo die Befürchtung, teilen zu müssen, Politik und Bevölkerung heimsucht. Paradoxerweise stärkt gerade dieser Vorgang das Bewusstsein der eigenen moralischen Integrität.

Nach 2000 Jahren Instrumentalisierung und Diffamierung des eigenen Namens ins Monströse, stellt Judas sich der Öffentlichkeit. In einem letzten Versuch, seine Tat auf ein menschliches Maß zurecht zu rücken, entgegnet er, „mein Name ist nicht, wer ich bin, mein Name ist eine andere Geschichte“ und kontert mit einer unbequemen Frage: Wer küsst den Judaskuss?


HIERONYMUS - pulk fiktion

Schul- und Familienstück
Regie: pulk fiktion
PREMIERE: APRIL 2020

Eine Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen


Internationale Reihen, Gastspiele und Konzerte aus den Regionen der Welt

Szene Istanbul ab Herbst 2019
Theater und Konzerte aus Istanbul in türkischer Sprache mit deutschen Übertiteln.


Klanglandschaften ab Herbst 2019
Weltmusikkonzerte in Kooperation mit dem NRW Kultursekretariat, WDR 3 und dem Pumpenhaus Münster.


Gastspiele

Aus dem deutschsprachigen Raum.


Partizipative Projekte zum Mitmachen

VolXbühne (Kontakt: 0208.439 629 10)

RUHRORTER (Kontakt: 0208.599 01 0)

Projekte des Jungen Theater (Kontakt: 0208.599 01 0)