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Weiße Nächte
Retour Natur

Im letzten Jahr hatten wir das Experiment gewagt und die „Weißen Nächte“ auf ein dreiwöchiges Festival ausgeweitet. Der Zuspruch des Publikums darauf war so umwerfend, dass wir uns dazu entschieden haben, die Weißen Nächte auch in diesem Jahr an drei Wochenenden stattfinden zu lassen und damit die Spielzeit 2022/23 zu eröffnen. Erneut lautet das Leitmotiv Retour Natur und bestimmt die Themen unseres multiperspektivischen Festivals: Theater, Konzerte, Performances, Audio-Walks, Diskurse, Parties, Installationen. Die Klimaveränderung scheint vor dem Hintergrund der nun hoffentlich abklingenden Pandemie und der beklemmenden Ereignisse in der Ukraine und deren Folgen in den Hintergrund zu rücken. Aber das Verhältnis Mensch-Natur wird dennoch die vor uns liegende Zukunft bestimmen. Diesmal haben wir uns vom 19. August bis zum 04. September thematisch auf das komplexe Verhältnis von Natur - Tier – Mensch konzentriert.

Im Zentrum standen zwei Premieren: Henrik Ibsens „Die Frau vom Meer“ in der Inszenierung von Philipp Preuss, die Bühne schwamm auf Pontons im See des Raffelbergparks. 

Die zweite Premiere „Anatomie eines Wortes – Ritt über den Bodensee“, in der Regie von Simone Thoma, geht u.a. auf die Ballade „Der Reiter und der Bodensee“ von Gustav Schwab zurück. Das Pferd, einst ein Sinnbild für Freiheit, wurde im Zuge der industriellen Revolution zur technischen Maßeinheit PS. Steht dem Menschen ein ähnliches Schicksal bevor? Wird „KI“ seine Maßeinheit? Die Inszenierung verknüpft unterschiedliche Genres wie Film, moderne Märchenoper und Schauspiel.

Wir sind froh, dass Martin Kohlstedt, auch international gefeierter Komponist, Pianist und elektronischer Experimentator, erneut das Konzertprogramm kuratiert hat. Schon 2021 zeigten die von ihm ausgewählten Musiker eine besondere Beziehung zwischen Musik, Mensch und Natur.

Zu Audio-Walks im Park ist Helmut Schäfer mit Expert*innen aufgebrochen und aus sehr unterschiedlichen Perspektiven dem Verhältnis von Mensch und Tier nachgegangen, Interventionen unserer Schauspieler erweitern diesen Blick spielerisch, wie auch Diskurse und Videoinstallationen. Und nicht zu vergessen: Die Müllviecher sind los!

Wie im letzten Jahr wurde der Eintritt auf Basis der „Zahle was du kannst“ Methode erhoben. 

Wir feiern ein Fest der Kunst gegen den „Ungeist“ der Zeit: ausgelassen und nachdenklich zugleich! Wir freuen uns auf Sie und Euch!