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Nathan.Death (UA)

Feridun Zaimoglu, Günter Senkel

Die Frage nach Toleranz ist seit Lessings „Nathan der Weise“ bis heute komplex angesichts der Kontroversen anhand der drei großen monotheistischen Religionen. Generationen von Schüler*innen haben sich mit Lessings Ringparabel auseinandersetzen müssen. Dass Toleranz aber auch in Repression umschlagen kann, war eine These Herbert Marcuses, der in den sechziger Jahren als Sozialphilosoph eine herausgehobene Rolle spielte. Zaimoglus und Senkels neue Version des Nathan-Stoffes beschreibt auf der Basis einer scheinbar fiktiven Realität den alten Grundkonflikt der religiösen Zugehörigkeiten, die von der Frage der politischen Macht nicht abzutrennen sind. Die Inszenierung von Philipp Preuss deutet die Erfindung des Monotheismus als Erfindung des Patriarchats, die Vertreter der drei Weltreligionen werden von drei Schauspielerinnen gespielt.


Eine Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr/Theaterallianz vier.ruhr
Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.

Premiere

24.09.2021

Ort

Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr

Besetzung

Team

Termine
Mi 21.09. 18:00
Do 22.09. 18:00
Fr 23.09. 19:30
Sa 24.09. 19:30

Stimmen

Sven Westerströer, WAZ, 2021

… in den knapp zwei Stunden herrschte auf der Bühne ein inszenatorisches Dauerfeuer. Philipp Preuss, ebenfalls künstlerischer Leiter des Hauses, stemmte die Uraufführung von „Nathan Death“ aus den Federn von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel. Couragiert und vor allem wortreich versuchen sie sich an einer Art Überschreibung von „Nathan der Weise“.

 

Die Deutsche Bühne, 2021

Mit Hilfe von Musikeinspielungen, chorischem Sprechen und Sprachloops, tänzerischem Spiel und Lichtstimmungen… entsteht in den knapp zwei Stunden tatsächlich ein Denkraum zu Monotheismus und Patriarchat. Anfangs ist das wahre Geschlecht der drei Darstellerinnen kaum zu erkennen, zunehmend ironisieren sie das „starke Geschlecht“. Die Trinität der Performerinnen findet einen sehens- und hörenswerten Weg der szenischen Reflexion. Die ehemalige Hauptfigur Nathan muss hier gar nicht mehr auftauchen.