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Amphitryon

Heinrich von Kleist

"Wer sich (...) mit einer spannenden neuen Lesart auseinandersetzen möchte und die Kleistsche Essenz des Stücks im Extrem erleben möchte, findet dies in dieser Inszenierung." (coolibri)

Bis vor Kurzem war alles noch schön ordentlich: Helden ziehen in den Krieg, Frauen warten auf ihre Rückkehr, Diener dienen und über allem thronen die Götter im Olymp. Doch wenn Göttervater Jupiter hinabsteigt und in der Gestalt des thebanischen Herrschers Amphitryon, der gerade auf einem fernen Schlachtfeld einen Sieg errungen hat, eine berauschende Liebesnacht mit dessen Gattin Alkmene verbringt, ist jede Gewissheit dahin: Wer ist der echte Amphitryon, welcher Erfahrung ist zu trauen? Worauf noch bauen, wenn selbst das eigene Ich nicht mehr verlässlich ist? In den wohl berühmtesten Seufzer der Weltliteratur, ins „Ach!“ der verwirrten Alkmene, fließen die Widersprüche und Unsicherheiten, die aus der Begegnung von göttlichem Rausch und profaner Realität resultieren: eine sprachliche Kapitulation vor einem existentiellen Dilemma. Heinrich von Kleist hat aus dem antiken Komödienstoff um den doppelten Amphitryon ein verwirrendes und beunruhigendes Spiel um Identität geschaffen, das bei aller Komik einen tiefen Riss in jedem von uns ausleuchtet: Was kann ich von mir wissen und welches Bewusstsein spricht aus mir?

Informationen

Ort

Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr

Besetzung

Team

Einführung Amphitryon

Im Gespräch mit Philipp Preuss und Constanze Fröhlich.

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  • CBplayer 1.7.0

Stimmen

Gerhard Preußer, Theater Heute:

„Rausch und Identitätskrise gehören zusam­men, als Folge oder als Lösung. Das will Phi­lipp Preuss’ «Amphitryon»-Inszenierung im Theater an der Ruhr zeigen. Dazu steigert sie das Kleistsche Verwirr­spiel von Menschen und Göttern. (...) Identitätsverwirrung ist am En­de kein pathologischer Zustand, sondern eine Befreiung, ein Spaß.“

 

Petra Zimmermann, coolibri:

„Wer sich (...) mit einer spannenden neuen Lesart auseinandersetzen möchte und die Kleistsche Essenz des Stücks im Extrem erleben möchte, findet dies in dieser Inszenierung.“ (coolibri)