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Unterwerfung / Gegen den Strich

Houellebecq // Huysmans

Stefan Keim auf WDR 3 Mosaik:
 "große Regieleistung von Philipp Preuss - grandiose schauspielerische Leistungen - einer der Höhepunkte der Theatersaison"

Verzweifelt und zynisch haben Jean Floressas Des Esseintes, magenkranker Adelsspross mit Hang zum Spleen, und Francois, abgehalfterter Professor für Literatur mit Vorliebe für junge Studentinnen, mit der Welt abgeschlossen. Die Protagonisten aus Joris-Karl Huysmans Dekadenzroman „Gegen den Strich“ (1884) und Michel Houellebecqs Skandalroman „Unterwerfung“ (2015) sitzen beide an reich gedeckter Tafel und doch verzehren sie sich nach etwas, das ihren Hunger nach Sinn stillt. Während der eine dabei den radikalen Rückzug aus der Gesellschaft zelebriert, sieht sich der andere einem fundamentalen Systemwandel unter dem Vorzeichen des politischen Islam gegenüber. Ein europäisches Menü in zwei Zeiten und fünf Gängen.

Corona: Vor dem Hintergrund der derzeitigen Infektionszahlen und der hohen Infektiosität der vorherrschenden Variante, versuchen wir auch weiterhin, möglichst für Abstände bei der Platzbelegung zu sorgen. Unsere Belüftungsanlagen entsprechen zudem einem hohen Standard und sind unter pandemischen Gesichtspunkten von der DTHG (deutsche theatertechnische Gesellschaft) zertifiziert worden. Das Theater bleibt also weiterhin ein sehr sicherer Ort für Alle!

Bei Vorstellungen von "Der Untergang der Titanic" und "Unterwerfung / Gegen den Strich", die außergewöhnliche Raumsituationen mit bereits reduzierter Platzzahl herstellen, werden wir eine dichtere Platzbelegung vornehmen.

Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat

Premiere

27.02.2020

Ort

Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr

Besetzung

Team

Termine
Fr 27.05. 19:30
Sa 28.05. 19:30

Stimmen

Stefan Keim, WDR 3 Mosaik 

„Durch die Ironie blitzt immer wieder - und das sind grandiose schauspielerische Leistungen - sehr viel Ernst hervor. […]

Große Regieleistungen, die es hier von Philipp Preuss gibt, aber ich möchte das Hauptaugenmerk hier wirklich mal auf die Schauspieler legen: Wie die da zum Teil wirklich Zentimeter vor dem Publikum agieren und ihre Rollen behaupten, sie überdrehen, überspitzen aber immer wieder auch zu ihrem Kern zurückfinden – das ist einfach nur großartig. […]

Es ist ein Fest der Schauspieler. […] Bisher einer der Höhepunkte der Theatersaison."

Martin Krumbholz, Süddeutsche Zeitung 

„Neu und frappierend an dem Mülheimer Abend ist die Rahmung durch den "seltsamen" Text […] von Joris-Karl Huysmans. So kostbar und fremd er zunächst anmutet, macht er nicht zuletzt eines deutlich: Am Grund des sogenannten Weltschmerzes und der so einfallsreich illuminierten Verzweiflung der beiden […] Herren schimmert die geschickt camouflierte Furcht vor dem Ende des Patriarchats.“

Benjamin Loy, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Dieser Kontrapunkt von Exzess und Erschöpfung funktioniert gerade zu Beginn des Stücks prächtig, was vor allem am kongenialen Spiel der Hauptdarsteller liegt: Felix Römer turnt herrlich spleenig zwischen Verzweiflung und Maximalexaltation herum, während Petra von der Beek in ikonographischer Reminiszenz an Houellebecq selbst in Jeans-Kluft und Parka den saturierten Gegenpart gibt.“

Britta Heidemann, WAZ 

„Eine großartige Houellebecq-Parodie der Schauspielerin Petra von der Beek.

Ein Theaterbesuch vom Sternekoch“.

Michael Laages, Deutschlandfunk 

„Ein wunderschöner Raum, der sehr intim wird […] und uns diese Geschichten, diese Verstellungen, diese Verstörungen der Figuren deutlich näher kommen [lässt] als wenn wir im Saal sitzen würden.“