Repertoire

Faust I

Johann Wolfgang von Goethe

"Habe nun, ach..." Das erste Wort - weil Zentrum des Stückes - ist ausgelassen: Das ICH. Maßlos. Hybrid. Egozentrisch. Wie wir Heute. Ein nacktes, bloßes ICH. Zweifelnd. Verzweifelt. Faust ist an einem Endpunkt angekommen: Besitz, Religion, Wissenschaft, Genuss und Lebensfreude haben ihre Bedeutung verloren. Jeglicher Halt hat sich aufgelöst: "Es möchte kein Hund so länger leben".

Doch Selbstmord ist auch nicht die Lösung. Erinnerungen an die eigene Kindheit halten ihn zurück und - oh Wunder - der Teufel höchstpersönlich bietet seine Hilfe bei der ultimativen Suche nach Glück, Sinn und Grund des Menschseins an:

"Drum hab ich mich der Magie ergeben / ... / Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß 
/ Zu sagen brauche, was ich nicht weiß / Daß ich erkenne, was die Welt / Im Innersten zusammenhält".

Ein vermessener Parforceritt durch Höhen und Tiefen des Menschseins beginnt. Wetteinsatz in dem gierigen Spiel ist zynischer Weise  kein geringerer als ... er selbst . Er sucht nach immer mehr, Kollateralschäden werden bei der Suche nach dem letzten Kick billigend in Kauf genommen. Goethe hat mit "Faust" zentrale Fragen nach Glück, Sinn und Liebe tief in unser (deutsches) Bewusstsein und die deutsche Sprache eingraviert.

8 Mitglieder der VolXbühne – der generationsübergreifenden Bürgerbühne für Mülheim der Ruhr und das Ruhrgebiet - im Alter zwischen 52 und 84 Jahren machen sich unter der Regie von Jörg Fürst diesen „urdeutschen“ Stoff zu eigen: Volkstheater reloaded.

Mit: Adelheid Borgmann, Andreas Beutner, Angela Pott, Frank Witzel, Giorgos Psaroulakis, Helga Tillmann, Sigrid Schott, Silke Beller, Ursula Roth

Regie & Textfassung: Jörg Fürst, Bühne: Jana Denhoven, Kostüme: Monika Odenthal, Musik & Video: Valerij Lisac, Produktion: Renate Grimaldi
Technische Leitung/Lichtdesign: Dirk Lohmann, Souffleuse: Ursula Roth, Technische Mitarbeit: Joachim Gleue, Layout: molter&sartor, Düsseldorf
Fotodokumentation: Jürgen Brinkmann

Eine Produktion der VolXbühne – Ensemble der Generationen am Theater an der Ruhr. Mit freundlicher Unterstützung der MEG – Mülheimer Entsorgungsgesellschaft.

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