Repertoire

DER RÖMISCHE KOMPLEX - Appunti per una Germania - Anagoor


Am 16. Januar um 19:30 Uhr online!

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INTERNATIONALE KOPRODUKTION ZWISCHEN DEM THEATER AN DER RUHR UND DER ITALIENISCHEN PERFORMANCEGRUPPE ANAGOOR

ANAGOOR erhielt 2016 den renommierten italienischen Theaterpreis „Premio Rete Critica“. 2018 folgte der Silberne Löwe der 46. Internationalen Theaterbiennale von Venedig.

Die bild- und sprachgewaltigen Aufführungen der italienischen Performancegruppe Anagoor beeindrucken und berühren durch ihre gedankliche und ästhetische Konsequenz. Nach drei Gastspielen und den internationalen Kooperationen ORESTEA und „SOKRATES DER ÜBERLEBENDE / wie die Blätter“ entwickelten wir mit unserer neuen Produktion GERMANIA. RÖMISCHER KOMPLEX die Zusammenarbeit mit Anagoor weiter. Es entstand einen Inszenierung, die zum erstmal vollständig am Theater an der Ruhr unter der Beteiligung von Ensemblemitgliedern entstand.

Leider müssen wir aus Gründen, die Ihnen bekannt sind, die für den 16.1.21 geplante Premiere verschieben. Und da wir uns wünschen, dass Sie GERMANIA. RÖMISCHER KOMPLEX live, mit all Ihren Sinnen, erleben können, haben wir uns entschieden, die Premiere nicht zu streamen, sondern zu warten, bis die Corona-Schutzmaßnahmen die Öffnung des THEATER AN DER RUHR ermöglichen.

Glücklicherweise haben wir eine Alternative für Sie!

Um Ihnen einen Vorgeschmack auf die hoffentlich bald stattfindende Live-Premiere geben zu können, hat der Regisseur Simone Derai mit seinem Team ein Projekt „DER RÖMISCHE KOMPLEX - Appunti per una Germania“ entwickelt, das inhaltlich und ästhetisch GERMANIA. RÖMISCHER KOMPLEX umkreist. Das Onlineformat ist eine poetische Befragung willkürlich gezogener Grenzen und deren Überschreitung. Es ist ein Plädoyer für das eigene im Fremden und für das Fremde im Eigenen. Und ganz nebenbei, eröffnet es einen ungewöhnlich subtilen Einblick in den Entstehungsprozess einer Inszenierung.

Der Ausgangspunkt von GERMANIA. RÖMISCHER KOMPLEX sowie von „DER RÖMISCHE KOMPLEX - Appunti per una Germania“ ist Tacitus’ ethnographischer Bericht „Germania“, erschienen Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. 9 n.Chr., so berichtet Tacitus, überschritten drei römische Legionen, angeführt von dem Feldherrn Varus, die Grenze nach Germanien. Ihr Auftrag war es, die rechtsrheinischen Gebiete bis zur Elbe dem Römischen Reich einzuverleiben. Es kam jedoch anders als geplant. Die von Arminius, alias Hermann der Cheruskerfürst, angeführten germanischen Stämme, vernichteten in der Varusschlacht im Teutoburger Wald die römischen Legionen.

Macht will vergessen, der Dichter will erinnern. Mit Texten von Durs Grünbein, Antonella Anedda, Frank Bidart und Tacitus im Gepäck begibt sich Simone Derai zurück zum Knochenfeld der Varusschlacht. An den Ort, an dem für ihn die gemischten Gebeine der gefallenen Römer und Germanen von den gemeinsamen Geschicken derer berichten, die damals wie heute Ländergrenzen schützen oder überschreiten.

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

 

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