Repertoire

Der Zyklop (1982)

Euripides

Eine Aufzeichnung des WDR von 1982 (Fernsehregie: Roberto Ciulli).

Am 23. Januar um 19:30 Uhr online!

KLICKEN SIE BITTE HIER - sie werden dann auf die Streaming Seite weitergeleitet.

Auf seiner Irrfahrt trifft Odysseus auf den einäugigen, aber machtvollen Zyklopen, den er durch Alkohol betäubt und dann blendet. Ist es die List der Vernunft oder nur die alte Macht der Ratio, der Odysseus folgt? Die Irrfahrt des Odysseus führt entlang der Ränder der damaligen griechischen Welt und und ausgegrenzt wird all das, was sich in sie nicht schlackenlos einfügt.

Die Inszenierung Roberto Ciullis, noch in Köln entstanden, dann weiterentwickelt in der ersten Spielzeit des Theater an der Ruhr, erfuhr seinerzeit schon große internationale Aufmerksamkeit, so dass sich der WDR entschloss, sie aufzuzeichnen. Die Rolle des Zyklops spielt eine Frau, die Schauspielerin Manuela Alphons.

Benjamin Henrichs schrieb über die Inszenierung in DER ZEIT:
„In Köln hat man jetzt ein Menschenfresser-Stück für das Theater entdeckt: „Der Zyklop“, das einzige überlieferte Satyrspiel des Euripides. Ein Stück, das scheinbar davon erzählt, wie ein kluger Mann (Odysseus) ein böses Ungetüm, den Zyklopen Polyphem, überlistet. Der Triumph der Intelligenz über die Brutalität.

In Köln sieht die Geschichte anders aus. Da vernichtet ein listig-brutaler Zivilisationsmensch ein schönes, bizarres Fabelwesen, Was den Odysseus noch unangenehmer macht: dass ihn Gerhard Winter mit den gepressten, schneidenden, kalt exaltierten Tönen des Heyme-Theaters versieht. Und was den Zyklopen noch liebenswerter macht: dass ihn eine Frau spielt, Manuela Alphons, die sich voll Grazie bewegt, deren Verse, verglichen mit des Odysseus Offiziersprosa, wie Gesänge klingen. Odysseus – ein Kolonialist. Polyphem – ein trauriger, unschuldsvoller Wilder.

Roberto Ciullis Inszenierung führt ihre Entdeckung zwar mit Ernst, doch ohne soziologischen Ingrimm vor. Das Satyrspiel bleibt ein Spiel – wird nicht zur heiter kostümierten Tragödie.“

 

 

 

Besetzung


Schauspieler

Hans Schulze (Silen)
Wolf Aniol (Satyr)
Reinhart Firchow (Satyr)
Hannes Hellmann (Satyr)
Volker Roos (Satyr)
Franz Boehm (Odysseus)
Manuela Alphons (Zyklop)

Team

Roberto Ciulli (Regie, Bildregie & Dramaturgie)
Helmut Schäfer (Regie & Dramaturgie)
Gralf-Edzard Habben (Ausstattung)
Helga Poche (Redaktion)
Harry Keil (Regieassistenz)
Bruno Förster (Technik)
Walter Krill (Technik)
Stefan-Dan Sloboda (Technik)
Daniel Bühler (Technik)