Repertoire

Mem ararat & FrienDS


Die Konzerte des kurdischen Folk-Musikers Mem Ararat & Friends am 11. Dezember im Pumpenhaus, Münster und am 12. Dezember im Theater an der Ruhr, Mülheim, müssen kurzfristig abgesagt werden. Zwei beteiligten kurdischen Musikern wurden die Visa verweigert. Ersatzweise spielt der prominente kurdische Singer-Songwriter Mehmet Atlı mit seiner Band.
Die Konzertreihe „Klanglandschaften“ – heute gemeinsam veranstaltet vom Theater an der Ruhr, Theater im Pumpenhaus, NRW-Kultursekretariat und WDR 3 – fördert bereits im 13. Jahr den musikalischen Austausch zwischen den Kulturen. Bis dato haben alle eingeladenen Künstler*innen – zumindest nach wiederholten Versuchen – Visa für ihre Konzerte in Deutschland erhalten. Nun muss zum ersten Mal eine Veranstaltung abgesagt werden. Dem Gitarristen Deniz Kaya und dem Perkussionisten Azad Yılmaz aus dem Ensemble des kurdischen Folk-Musikers Mem Ararat wird endgültig die Einreise verweigert.

Die Visa-Stelle der Deutschen Botschaft in Ankara verweist in ihrer formellen Begründung auf den angeblich „mangelnden Nachweis der Verwurzelung“ der beiden Musiker in ihrer Heimat. Dabei hatten Kaya und Yılmaz die verlangten Dokumente zu „bestehender Verwandtschaft, Familie und Grundeigentum“ wie gefordert beigebracht, um ihr lediglich fünftägiges Visum zu erhalten. Eine örtliche Agentur, die bereits im September mit der Beantragung der Visa beauftragt worden war, sah alle Voraussetzungen für die Erteilung erfüllt. Den Anträgen lagen außerdem die offiziellen Einladungen durch das Theater im Pumpenhaus und das Theater an der Ruhr bei. Selbst eine informelle Intervention des örtlichen Goethe-Instituts blieb ergebnislos.

Mem Ararat sagt dazu: „Ohne meine beiden musikalischen Weggefährten sehe ich mich außer Stande, ein künstlerisch adäquates Programm in Deutschland zu spielen. Deshalb bleibt uns nichts anderen übrig, als die Konzerte abzusagen. Wir sind traurig, dass wir nicht für unser deutsches Publikum spielen können und bestürzt über die Entscheidung der Deutschen Botschaft. Das Leben für kurdische Musiker in der Türkei ist in diesen Tagen nicht einfach – durch solche allem Anschein nach willkürlichen Entscheidungen wird es noch härter.“ Ararat zählt in seiner kurdischen Heimat zu den prominentesten oppositionellen Musiker*innen. Zuletzt ist er wiederholt Opfer von willkürlicher Auftrittsverboten geworden. Für internationale Schlagzeilen sorgte im August 2018 etwa die Absage eines seiner Konzerte im kurdisch geprägten Diyarbarkir durch den türkischen Gouverneur der Region – ohne weitere Begründung.

Mem Ararat ist einer der aktuell „heißen“ Namen der kurdischen Musikszene und bleibt zumindest für ein deutsches Publikum derzeit noch zu entdecken! Der 1981 in Mardin geborene Musiker ist Multi-Instrumentalist, doch seine Liebe gilt der Tembur, der Langhalslaute. Seit Veröffentlichung seines ersten Albums 2013 hat er allerdings auch mit seiner wunderbar lyrischen Stimme die Herzen seiner Fans erobert – und ist mittlerweile bei Album Nummer vier angelangt! Sein weites musikalisches Repertoire reicht von traditionellen Melodien seiner

Heimat rund um Mardin, über selbst arrangierte, jazzig angehauchte Adaptionen dieses Liedguts bis hin zu Eigenkompositionen und Protestliedern. Mem Ararat machte im August 2018 auch international Schlagzeilen, als der türkische Gouverneur der Region eines seiner Konzerte im überwiegend kurdisch geprägten Diyarbakir untersagte – ohne weitere Begründung. In Mülheim und Münster tritt er in einer Quartett-Formation mit der Violinistin Nure Dlovani, dem Gitarristen Deniz Kaya und dem Perkussionisten Azad yılmaz auf.

Karten

12.12.2019
20:00
Karten unter: Entfällt aufgrund von Visaverweigerung