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Video-Installationen

Ink in Milk und Dream One 

Ink in Milk

Von Gernot Wieland

In zwölf Minuten entfaltet Regisseur Gernot Wieland ein ganzes Leben: In eigenen Skizzen, metaphernreichen Bildsequenzen, Zeichnungen und Skulpturen lässt er die verstörende, kafkaeske Welt einer Kindheit wieder auferstehen, erzählt vom Dunklen im Hellen, vom Anderssein, von Scham und Nachahmung, von einer absurden Realität, die sich zuweilen ins Surreale aufzulösen scheint, von der Krankheit Schizophrenie, die hier schöpferisches Prinzip ist, erlebte Wirklichkeiten aufspaltet und wieder ganz neu zusammenfügt. Die vielschichtige Erzählung macht dabei ebenso die Bausteine einer kindlichen Welt wie die verborgenen Ruinen der kollektiven Psyche sichtbar. Was sie zusammenhält, ist die grundsätzliche Verwunderung darüber, wie wir hierher gekommen sind.
Ort: Treppenhaus, 1. Etage

Dream One

Von Santiago Mostyn

Ein schlanker Pilz wächst langsam zum oberen Rand des Bildes. Wenn er seine volle Höhe erreicht hat, beginnt der Pilz unter dem Gewicht seines eigenen Hutes zusammenzusinken. Naturbilder wechseln in Santiago Mostyns Videoarbeit mit Portraitaufnahmen von drei schwarzen, englischsprechenden Erzähler:innen ab. Ihre Stimmen bilden gemeinsam die des Dichters Derek Walcott, der eine Geschichte über einen „Douen“, ein kindliches, geisterhaftes Wesen aus Trinidad erzählt, das dafür bekannt ist, Kinder tief in den Wald zu locken. Aus dem Wald taucht später ein Junge vom Stamm der Arawak auf, der in Lokono zu uns spricht, einer Sprache, die von den Ureinwohner:innen bei ihrer ersten Begegnung mit den Europäer:innen gesprochen wurde. Die rhythmisierten Bilder erzeugen einen meditativen, rauschhaften Sog. Politische und universelle Themen wie Wurzellosigkeit und Heimat, Mensch/Kultur und Natur, Verbundenheit und Unverbundenheit berühren sich hier und schaffen gleichsam eine Sprache für das, was verborgen bleibt. „Dream One“ wurde in Trinidad gedreht, wo Santiago Mostyn aufgewachsen ist.

Ort: Studiobühne, 1. Etage
Nur vom 01. – 17.03.

 

 

Informationen

Ort

Theater an der Ruhr
Akazienallee 61
45478 Mülheim an der Ruhr